KölnTurm macht bei "Earth Hour" mit

Kölns höchstes Bürohochhaus schaltet am 26. März für eine Stunde die Außenbeleuchtung ab

Am Samstagabend wird es gegen sieben Uhr so langsam dunkel in Deutschland: Der Tag neigt sich dem Ende zu, die Nacht rückt heran. So richtig dunkel könnte es dann gegen halb neun werden. Dann nämlich wollen viele Unternehmen, Institutionen und Privathaushalte für eine Stunde die Lichter aus schalten. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Sie tun das im Rahmen von „Earth Hour“, einer globalen Initiative für mehr Klimaschutz. Auch der KÖLNTURM im Kölner MediaPark nimmt an der Aktion teil. Pünktlich um 20:30 Uhr wird die komplette Außenbeleuchtung von Kölns höchstem Bürohochhaus für eine Stunde abgeschaltet.

Auch wenn es sich etwas paradox anhört: Durch den dunklen Turm wird die Initiative „Earth Hour“ besonders sichtbar – denn die Beleuchtung des KÖLNTURM ist nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Lampen, sondern eine auffällige Lichtkunstinstallation des Künstlers Professor Heinz Mack. Heinz Mack sorgte dafür, dass der KÖLNTURM nicht nur bei Tag ein hoch aufragendes Wahrzeichen der Stadt ist, sondern auch in der Dunkelheit weithin sichtbar ist und die Blicke auf sich zieht.

Heinz Mack, der vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag feierte, brachte vor acht Jahren das Hochhaus zum Leuchten. Nach den Plänen des Mitbegründers der Gruppe ZERO, der auch mehrfacher Documenta-Teilnehmer und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes ist, wurden vom 31. bis zum 42. Stock zwischen der Außen- und Innenfassade des KÖLNTURM insgesamt 360 Strahler angebracht. Sie sind so angeordnet, dass ein relativ dichtes, großflächiges Raster oder Netz von Lichtpunkten entsteht, die vor der Fassade zu schweben scheinen. Dies wirkt bei großer Entfernung besonders suggestiv. Mack nennt das ein „immaterielles Lichtkleid“, einen „Lichtvorhang“. Die Farbgestaltung ist monochrom, zu sehen ist ein grünliches Blau. Buntheit wollte Mack absichtlich vermeiden. „Köln ist nicht Las Vegas“, sagte der Künstler 2003. Eine von Mack programmierte Lichtsteuerung sorgt dafür, dass ein rhythmischer Ablauf zwischen den Lichtstrahlern der einzelnen Etagen und deren waagerechten „Lichterketten“ erfolgt. Die Bewegung beginnt alternierend im obersten und im untersten Stockwerk – sie setzt sich gleichmäßig addierend nach unten oder oben fort. So füllt und schließt sich allmählich das gesamte Lichtfeld. Von unten nach oben laufend, wirkt die Beleuchtung so, als baue sich die Fassade nach und nach auf.

„Es ist, als ob man einen Leuchtturm ausschaltet“, sagt Marcus Jünger von der KÖLNTURM-Eigentümergesellschaft. „Wir wollen damit ein deutliches Zeichen setzen – gerade bei Immobilien werden die Themen Nachhaltigkeit und Primärenergiebedarf immer wichtiger. Wir beteiligen uns gerne an der Initiative ‚Earth Hour’ und hoffen, dass viele andere mit dabei sein werden.“

Die Initiative „Earth Hour“ startete vor vier Jahren in Australien, als über zwei Millionen Menschen und 2.000 Unternehmen für eine Stunde die Lichter ausschalteten. Der Stromverbrauch ging um zehn Prozent zurück, 25.000 Tonnen Kohlendioxid konnten eingespart werden. Schon ein Jahr später war die Initiative zu einer weltweiten Nachhaltigkeitsbewegung geworden. Organisiert wird „Earth Hour“ heute vom World Wide Fund for Nature (WWF). In Deutschland haben bisher 50 Städte und Gemeinden ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch Köln.

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